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DAG FÖR DAG „Don’t Cry – Work.“ Mit diesem Postulat, verewigt auf dem Rücken seines Debütromans „Irre“, begann die Buchkarriere des Literaturberserkers Rainald Goetz. Als hätte sich die schwedische Band Shout Out Louds diese Forderung zu Herzen genommen, setzt die Band um Leadsänger Adam Olenius ihre Plattenkarriere zum Beginn des neuen Jahrzehnts mit dem Album „Work“ fort. Wie der Titel schlussfolgern lässt, ist das dritte Werk der fünf umtriebigen Schweden ein Ergebnis von Kraft mal Weg. Kräfte gesammelt haben die Musiker in einem halben Jahr, in dem jeder seine eigenen Wege ging. Adam verbrachte die meiste Zeit in Melbourne, wo er auch schon die ersten Songs fürs neue Album schrieb, Bebban vergnügte sich derweil in Los Angeles, während Carl, Ted und Eric die ganze Zeit in Stockholm blieben. Für „Work“ arbeiteten die Shout Out Louds zum ersten Mal nicht mit einem schwedischen Produzenten, sondern mit dem Amerikaner Phil Ek, der schon mit Band Of Horses, Fleet Foxes und The Shins bewiesen hat, dass er komplexe musikalische Ideen optimal zu kultivieren versteht. Und für den nächsten gemeinsamen Kraftakt war natürlich auch der Weg nach Seattle alles andere als zu weit.
Für „Work“ wurden die Karten in vielerlei Hinsicht nun erneut neu gemischt. Neue Company, neuer Produzent, neue Intention und eine Menge pfiffige, wenn nicht gleich mitzupfeifende Songideen… Phil Ek hat in Seattle für einen optimalen, bühnennahen Bandsound gesorgt und somit für eine Transparenz, bei der die Songstrukturen klar sichtbar bleiben und keine großartigen Streicher- oder Percussion-Einlagen das Ganze überdecken. Die Shout Out Louds ganz bei sich und back to the roots. Ein treibender Beat, eine prägnante Melodie und Adams nie zu zügelnder, euphorischer Gesang. Das liest sich einfach, ist aber letztendlich harte Arbeit. Im Falle von Shout Out Louds verbunden mit dem nötigen Quäntchen Inspiration und einer offenbar neu entzündeten Leidenschaft am gemeinsamen Zusammenspiel. Adam singt mit Hingabe, aber eben nicht mehr manieriert. Jegliche Melancholie löst sich in Schwung und Vitalität auf. Songs wie „1999“ (keine Coverversion von Prince!), „Fall Hard“ und „Walls“ entfachen eine Dynamik – Holla! Ein musikalisches Hallo Wach, das sich gewaschen hat. Die nötige Erfrischung, um jeden Tag frisch ans Werk zu gehen. So ein Album ist das. „Work“. Klar, muss man einfach spielen. Don’t Cry. Work. Nicht leichter als das, wenn man Shout Out Louds heißt. Ach ja, zwischendurch gibt es unter den zehn neuen Songs auch ein paar Klangoasen, an denen man sich erholen kann. Ein Album wie eine perfekte Schicht.
Einlass 19.00, Beginn 20.00 VVK 20,--€ plus Gebühren, AK 25,--€ |